Partnerschaft mit der CSG

Choeur-de-St-Guillaume-SaverneDer Choeur de Saint-Guillaume ist ein traditionsreicher Chor, der seit mehr als 125 Jahren das Straßburger Musikleben mitgestaltet. Der Chor, der an die 80 Mitglieder zählt, pflegt an jedem Karfreitag seit Ende des 19. Jahrhunderts die Bach- Passionen im Wechsel aufzuführen.

Es wird jeden Dienstagabend von 20.00 bis 22.00 Uhr geprobt. www.choeurdesaintguillaume.com

Freundschaftsvertrag zwischen Le Chœur de Saint Guillaume und der Singakademie Ortenau e.V.

OLYMPUS DIGITAL CAMERABei der Unterzeichnung des Freundschaftsvertrags (von links): Erwin List, Chorleiter von Le Chœur de Saint Guillaume; Nicolas Greib, dessen Präsident; Dieter Simon, erster Vorsitzender der Singakademie – jeweils mit einer Ausfertigung des zweisprachigen Vertrags; rechts: Olaf Fütterer, deren künstlerischer Leiter. Foto: Greib

Vor wenigen Tagen unterzeichneten Nicolas Greib, Präsident des Chœur de Saint Guillaume, Strasbourg, und Dieter Simon, erster Vorsitzender der Singakademie Ortenau , zusammen mit den jeweiligen Chorleitern, Erwin List und Olaf Fütterer, einen Freundschaftsvertrag. „Die Freundschaft dient in erster Linie dem Ziel, gemeinsam niveauvolle Chormusik, das heißt Vokalwerke aller Epochen mit instrumentaler Begleitung, mit und für Menschen auf beiden Seiten des Rheins im EURODISTRICT erlebbar zu machen. Damit wollen beide Partner eine musikalische Brücke über den Rhein schlagen, mit der sie französisch-deutsche Kontakte zwischen den Menschen pflegen und verstärken. Beide Kulturpartner möchten die Traditionen der jeweils anderen Seite näher kennenlernen und sich gegenseitig unterstützen, helfen und befruchten, wobei jeder Partner seine Eigenständigkeit behält. Zugleich dient die Freundschaft dem Ziel, gemeinsam ein deutsch-französisches Instrumentalensemble aufzubauen, zu entwickeln und zu pflegen, ein Projektorchester, das auf die spezifischen Belange und Notwendigkeiten der Chorsinfonik zugeschnitten ist, und auf das beide Chöre einzeln oder gemeinsam zurückgreifen können“, so heißt es im einleitenden Vertragstext.

Le Chœur de Saint Guillaume ist ein sehr traditionsreicher Chor.

„Dagegen sind wir noch ein sehr junges Ensemble“, erklärt Simon. Dennoch hat die Singakademie Ortenau mit Sitz in Achern bereits eine Visitenkarte in Strasbourg abgegeben mit der Aufführung der „Großen Messe c-Moll“ von Wolfgang Amadeus Mozart zusammen mit dem Prager Orchester Bohemia im Juli 2011 in der Eglise Saint-Paul. Unlängst hat die Singakademie sehr gute Kritiken für ihre Aufführung „Ein deutsches Requiem“ von Johannes Brahms geerntet, im vergangenen Oktober in Achern, ebenfalls zusammen mit dem Prager Orchester Bohemia.

Als erstes ist geplant, dass sich die Chöre bei ihren Aufführungen gegenseitig mit Sängerinnen und Sängern verstärken. Noch dieses Jahr, am 16. November 2013, möchte Le Chœur de Saint Guillaume ebenfalls „Ein deutsches Requiem“ von Johannes Brahms in der Eglise Saint-Guillaume erklingen lassen, wo Stimmen der Singakademie mitsingen werden. Im Gegenzug plant die Singakademie die Darbietung der Messe in h-Moll von Johann Sebastian Bach am 23. November im Kloster Erlenbad in Sasbach und voraussichtlich auch am 30.November 2013 in der Eglise Saint-Paul in Strasbourg, wobei sie viele Sängerinnen und Sänger des Strasbourger Chors kräftig unterstützen werden.

Nach den Sommerferien soll der Freundschaftsvertrag in einer Feierstunde öffentlich und offiziell bekräftigt werden. „Dazu möchten wir bekannte Persönlichkeiten aus der Musik und dem öffentlichen Leben zur Begleitung gewinnen. Wir hoffen, dass sie uns die Ehre erweisen, diesen Freundschaftsvertrag öffentlich zu bekräftigen und den beiden Chören auch weiterhin freundschaftlich verbunden bleiben“, so Nicolas Greib.

1780-adobe-pdf-logoFreundschaftsvertrag SAO & CSG

Achern/Straßburg
Musik verbindet Länder im Eurodistrict
Singakademie Ortenau macht gemeinsame Sache mit dem Chœur de Saint Guillaume / Freundschaft wurde mit Musik besiegelt.

2013-Chrofreundschaft_hotel-de-ville-05Die beiden Chöre, Chœur de Saint-Guillaume und Singakademie Ortenau, bei der offiziellen Feierstunde der Chorfreundschaft im Salon d’Honneur des Straßburger Rathauses. Ganz rechts die stellvertretende Bürgermeisterin, Michèle Seiler, daneben der deutsche Botschafter beim Europarat, Julius Georg Luy, in der Mitte Dirigent Olaf Fütterer sowie eine Abordnung des Orchesters »Musiciens sans frontière Alsace-Ortenau«. Vorne ganz rechts die Urkunden, die unterzeichnet wurden.

In einem Freundschaftsvertrag besiegelten die Singakademie Ortenau mit Sitz in Achern sowie der Straßburger Chœur de Saint-Guillaume ihre Zusammenarbeit. Dem Vertrag, der die Brücke zwischen den einst verfeindeten Ländern stärkt, können in Zukunft weitere Musikensembles beitreten.

In einer offiziellen Feierstunde im Salon d’Honneur des Hôtel de Ville in Straßburg besiegelten der renommierte Straßburger Chœur de Saint-Guillaume und die in Achern ansässige Singakademie Ortenau am Samstag ihre jüngst geschlossene Chorfreundschaft. Gastgeber war die Stadt Straßburg, deren Glückwünsche von deren stellvertretender Bürgermeisterin, Michèle Seiler, überbracht wurden.

Seiler betonte, dass Straßburg ein »europäisches Laboratorium« sei und dass der Eurodistrict die Voraussetzungen für solche Partnerschaften geschaffen habe. Zu den Ehrengästen zählte der Generalkonsul und Botschafter der Bundesrepublik Deutschland beim Europarat, Julius Georg Luy, der in seinem Grußwort der Hoffnung Ausdruck gab, dass die Passerelle zwischen Kehl und Straßburg nun mit zusätzlichen musikalischen Brücken über den Rhein ein wenig breiter würde.

Nicolas Greib, Präsident des Chœur de Saint-Guillaume, betonte, dass diese Chorprojekte von einfachen Bürgern des Eurodistricts getragen würden und für ein breites Publikum ausgelegt seien. Weiter zitierte er Albert Schweitzer, der zu den Mitgliedern des bereits 1885 gegründeten Chors Saint-Guillaume gehörte: »Den Geist können Sie nur sprechen lassen, wenn Sie vom Geist erfüllt worden sind, durch die Seele, die in der Musik ist, durch inneren Frieden.«

Dieter Simon, Vorsitzender der Singakademie Ortenau, betonte: »Flöte oder Trompete spielen kann man alleine, in einem Chor singen aber nicht.« Chöre seien eine Sache der Gemeinschaft zwischen Menschen, die in dieser Chorfreundschaft nun breite musikalische und menschliche Bande über den Rhein knüpfen würden.

Im Eurodistrict sei schon viel erreicht worden, dass die Regionen aber noch mehr zusammenwachsen, sei eine Sache zwischen den Menschen. Dazu seien Chöre hervorragend geeignet, denn jeder könne mitmachen. Es brauche keine musikalische Vorbildung und keine großen Sprachkenntnisse des anderen.

Insbesondere wies Simon auf den Passus im Freundschaftsvertrag hin, dass dieser Partnerschaft noch andere musikalische Ensembles, gleich ob sängerisch oder instrumental, beitreten könnten. Das erste Beispiel bilden die »Musiciens sans frontière Alsace-Ortenau«, die sich bereits im Fahrwasser dieser Chorfreundschaft als deutsch-französisches Projektorchester gegründet hatten und von denen eine Abordnung die Chöre bei der Feierstunde instrumental begleiteten. So gehören dieser Partnerschaften bereits rund 170 Menschen an. Simon: »Man darf ja Visionen haben, sonst geht nichts voran. Vielleicht gibt es eines Tages ein Musikfestival im Eurodistrict, getragen von vielen Ensembles?«

Weitere Glückwünsche überbrachte Philippe Meder, Präsident des Euro-Regio-Clubs. Anschließend wurde eine Freundschaftsurkunde unterzeichnet.

Natürlich unterstrichen die Chöre ihre eigene Feier durch gemeinsamem, kräftigem Klang. Zu hören waren »Tollite hostias« von Camille Saint-Saëns, dirigiert von Erwin List, Dirigent des Straßburger Chores, sowie »Wohl mir, dass ich Jesus habe« von Johann Sebastian Bach und »Dona nobis pacem« aus der Hohen Messe in h-Moll, ebenfalls von Bach, beides dirigiert von Olaf Fütterer, künstlerischer Leiter der Singakademie.

Gemeinsame Auftritte 2013

Bereits diesen Herbst sind vier gemeinsame Projekte im Eurodistrict geplant. Der Chœur de Saint-Guillaume tritt mit dem Deutschen Requiem von Johannes Brahms auf, in der Kirche Saint Guillaume in Straßburg sowie in der evangelischen Kirche in Rheinbischofsheim, wobei sich Sänger der Singakademie beteiligen werden. Die Singakademie führt die Hohe Messe in h-Moll von Johann Sebastian Bach auf – im Kloster Erlenbad und in der Eglise Saint-Paul in Straßburg, begleitet von Sängern des Chœur de Saint-Guillaume und den »Musiciens sans frontière Alsace-Ortenau«. Außerdem sind noch zwei weitere Auftritte in Saverne und in Schiltach geplant.

Autor: Redaktion