Interview zum Konzert „Messa da Requiem“

Messa da Requiem von Giuseppe Verdi

Die PR- und Pressereferentin Gabriele Sattelberger der Singakademie sprach mit dem Künstlerischen Leiter Olaf Fütterer:

GS: Herr Fütterer, 2016 ist für die Singakademie Ortenau ein ganz besonderes Jahr. Warum?

OF: Die Singakademie Ortenau, Sitz in Achern, feiert dieses Jahr ihr fünfjähriges Bestehen. Zwar gab es bereits ein Frühjahrskonzert, wir wollen aber noch eins draufsetzen und so erklingt am 12. und 13. November 2016 in der Klosterkirche Erlenbad und in der Eglise St-Paul in Straßburg die berühmte „Messa da Requiem“ von Verdi jeweils um 18.00 Uhr.

GS: Herr Fütterer, Sie erzählten mir, dass das Verdi Requiem bisher nur zweimal in der Ortenau aufgeführt worden ist und jetzt nach einigen Jahren überhaupt erst zum dritten Mal erklingt.

OF: Tatsächlich gab es in den 80iger Jahren eine Aufführung in Offenburg und 2009 eine Aufführung in Lahr. In der nördlichen Ortenau meines Wissens nach noch nie. Es ist auch kein Wunder, denn dieses Werk ist nicht nur ein Ausnahmewerk im Schaffen von Giuseppe Verdi, sondern stellt auch enorme Anforderungen an alle Beteiligten, insbesondere an Chor und Solisten.

GS: A propos Solisten! Welche Solisten haben Sie für diese beiden Aufführungen engagiert?

OF: Auf Grund der enormen Anforderungen kommen hier nur Profis in Betracht. So haben wir die junge Südtirolerin Marlene Lichtenberg (Mezzosopran) als Gast. Sie wird als große Hoffnung für das dramatische Fach in den einschlägigen Fachmagazinen bezeichnet und ist derzeit am Stadttheater Cottbus engagiert. Aber auch sehr renommierte und erfahrene Persönlichkeiten sind dabei, z. B. Duccio Dal Monte ist ein Bass mit Wagnerdimensionen und war lange Zeit an der Mailänder Scala als Ensemblemitglied engagiert. Aber auch Größen wie Christina Niessen (Sopran) vom Badischen Staatstheater Karlsruhe und Dirk Schmitz (Tenor) vom WDR Rundfunkchor (früher an der Staatsoper Hamburg) runden das Spektrum ab. Eine Sängerbesetzung wie wir sie noch nie hatten.

GS: Die Singakademie Ortenau spendiert dieses Jahr das erste Mal 20 Karten für ehrenamtliche Flüchtlingshelfer. Was hat es damit auf sich?

OF: Ja, das ist richtig. Der Vorstand der Singakademie Ortenau hat sich gemeinsam dafür ausgesprochen, die engagierte Arbeit der vielen ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer in der Ortenau zu würdigen. In Absprache mit dem Migrationsamt Offenburg hat die Singakademie deshalb für das Konzert des Verdi-Requiems 20 Freikarten für ehrenamtliche Flüchtlingshelfer zur Verfügung gestellt.

GS: Wie sieht Ihre Konzertplanung für das Jahr 2017 aus?

OF: Wir planen Beethoven: C-Dur Messe, Händel: Dettinger Te Deum und Messa di Gloria von Puccini. Ein weiteres großes Ereignis wirft bereits seine Schatten voraus – wir sind gerade dabei das Projekt „Vox Rheni 2017“ mit dem Choeur St-Guillaume, dem Philharmonischen Chor Baden-Baden und zusätzlich mit dem COV aus Haarlem, Niederlande, in trockene Tücher zu bringen. Das Projekt besteht darin, die „Erntefeier“ von Herzogenberg nächstes Jahr mit Sängerinnen und Sängern aus diesen vier genannten Chören in der Philharmonie in Haarlem (Niederlande), im Kurhaus Baden-Baden und in der Eglise St-Paul in Straßburg und evtl. in Colmar zu Gehör zu bringen. Wir sind schon in voller Vorfreude auf dieses Projekt.

GS: Herr Fütterer, vielen Dank für dieses informative Gespräch.