2016 Requiem & Stabat mater


Faure0k

Klosterkirche Erlenbad, Sasbach
Sonntag 13.03.2016, 17.00 Uhr


Giovanni Battista Pergolesi
Stabat mater
Wiener Fassung 1736/1800/1843

Maurice Ravel
Pavane pour une infante défunte 1907

Gabriel Faurè
Requiem op. 48

 

 

 

Sopran: Franziska Stürzel
Alt: Judith Ritter
Tenor: Boris Pohlmann
Bariton: Andrejs Krutojs

Musician sans frontières Alsace-Ortenau
Singakademie Ortenau e. V.
Mitglieder des Choeur St-Guillaume Strasbourg

Leitung: Olaf Fütterer

15.12.2015 Tickets hier

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Programm

Giovanni Battista Pergolesi
Stabat Mater
(Wiener Fassung) 1736/1800/1843

Für Chor SATB gesetzt und mit zusätzlichen Bläserstimmen versehen von Joseph von Eybler, Ergänzung der Posaunen von Ignaz Xaver Ritter von Seyfried, revidiert von Otto Nicolai (1843) Pergolesis letzte größere Komposition, das Stabat Mater von 1736, wurde sofort nach dem Tod des Komponisten zu einem der populärsten Sakralwerke der spätbarock-frühklassischen Zeit. Zahlreiche Drucke und Abschriften verbreiteten diese Ikone der italienischen Sakralmusik in ganz Europa. Bearbeitungen blieben nicht aus, so etwa von J. S. Bach (Tilge, Höchster, meine Sünden BWV 1083), Johann Adam Hiller und Abbé Vogler. Das beliebteste Arrangement entstand um 1795 für die Wiener Hofkapelle durch Joseph von Eybler, der den zweistimmigen Oberstimmensatz des Originals zum vierstimmigen Chor mit obligaten Soli erweiterte und dem Streichersatz Holzbläser hinzufügte. Ignaz von Seyfried fügt dieser Version 1830 noch obligate Posaunen hinzu, Otto Nicolai revidierte sie 1843 und versah sie mit reichhaltigen dynamischen Angaben. Von mittlerer Schwierigkeit in der Ausführung bietet die Wiener Version allen entdeckungsfreudigen Chören eine Repertoirebereicherung mit Seltenheitswert.

Maurice Ravel, 1907
Pavane pour une infante défunte (Pavane für eine tote Prinzessin)
Fassung für Orchester

ist ein gut sechsminütiges impressionistisches Klavierstück des französischen Komponisten Maurice Ravel. Die Komposition entstand 1899 während seines Studiums unter Gabriel Fauré am Conservatoire de Paris und ist damit eines seiner Frühwerke. Gewidmet ist das Stück seiner Mäzenin Winnaretta Singer, der ‚Prinzessin von Polignac‘, einem mondänen Pariser Salon, in dem Ravel während seiner Studienzeit häufig einkehrte. 1910, über ein Jahrzehnt später, veröffentlichte Ravel eine weitere Fassung des Stückes für Orchester.

Ravel selbst beschrieb das Stück als „eine Erinnerung an eine Pavane, die eine kleine Prinzessin in alter Zeit am spanischen Hof getanzt haben könnte“; sie sei „keine Trauerklage für ein totes Kind, sondern eine Vorstellung von einer Pavane, wie sie vielleicht von so einer kleinen Prinzessin in einem Gemälde von Velázquez getanzt wurde“. Später erklärte er jedoch, den Titel letztlich allein wegen der Assonanz gewählt zu haben.[1] In jedem Falle evoziert der Titel, wie einige andere Kompositionen Ravels, den spanischen Hof des 16. Jahrhunderts und ist im Zusammenhang mit der Spanien-Nostalgie des 19. Jahrhunderts zu sehen.[2]

Erstmals öffentlich aufgeführt wurde das Stück am 5. April 1902 von Ravels engem Freund Ricardo Viñes.[2] Das bis dahin recht unbeachtete Stück wurde von der zeitgenössischen Kritik sehr positiv aufgenommen und dadurch ausgesprochen populär; hatte seine Musik zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung des Stückes noch als zu „anarchistisch“ gegolten, begründete es nun seinen internationalen Erfolg als Komponist.[3] Ravel selbst schätzte es im Vergleich zu seinen anderen Stücken aufgrund des allzu großen Anklangs an die Musik Emmanuel Chabriers nach eigener Aussage eher weniger.

Gabriel Fauré
Requiem. Fassung für Sinfonieorchester
op. 48, 1900

Das Requiem von Gabriel Fauré ist das Schlüsselwerk innerhalb der geistlichen Kompositionen des französischen Meisters. Bereits zu Lebzeiten des Komponisten stellte sich der Erfolg des Werkes beim Publikum ein, der bis heute ungeschmälert anhält. Bedingt durch das Fehlen eines verbindlichen Autographs, hat sich eine Neuedition des Werkes einer doppelten Herausforderung zu stellen: einerseits der Treue zu den überlieferten, oft widersprüchlichen Quellen und andererseits der Wiedergabe eines musikalisch schlüssigen Notentextes.