2015 Elias – F. Mendelssohn Bartholdy


Elias16

Klosterkirche Erlenbad, Sasbach
Samstag 14.11.2015, 20.00 Uhr

Pfarrkirche St. Symphorian, Zell a. Harmersbach
Sonntag 15.11.2015, 17.00 Uhr

Felix Mendelssohn Bartholdy
Elias op. 70

Oratorium nach Worten des alten Testaments
für Soli, Chor und Orchester

Sopran: Anja Petersen
Alt: Hanna Roos
Tenor: Peter Koppelmann
Bariton: Wolfgang Newerla

 

 

 

 

 

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Die Konzerte sind Bestandteil des Vox Rheni projektes Hommage à Albert Schweitzer siehe hier

Musician sans frontières Alsace-Ortenau
Singakademie Ortenau e. V.
Mitglieder des Choeur St-Guillaume Strasbourg

Leitung: Olaf Fütterer

14.11.2015 Tickets hier

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15.11.2015 Tickets hier

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Mendelssohns „Elias“: Singakademie Ortenau in Sasbach und Zell a.H.

Ein Konzert voller intensiver Begegnungen

November 2015
© Michael Karle
 
Großes Oratorium für Opfer von Gewalt und Terrorismus: Die Singakademie Ortenau, der Straßburger Choeur Saint Guillaume und der Kulturverein »Vox Rheni« erhielten am Wochenende für das Oratorium »Elias« in der Klosterkirche Erlenbad und in Zell a.H. begeisterten Beifall.

Die mit einer Schweigeminute für die Opfer von Paris begonnene Aufführung von »Elias«, des großen Werks Felix-Mendelssohn Bartholdys, stand am Wochenende in Sasbach und Zell a.H. im Zeichen des vor 50 Jahren verstorbenen elsässisch-europäischen Humanisten Albert Schweitzer. Dieser, so Nicolas Greib, Präsident des Straßburger Chors, war einst Sänger im Choeur Saint Guillaume und vielfacher Konzertpartner als Organist. Musikalisch beeindruckend startete das aus Künstlern der Region um Konzertmeister Michael Klett zusammengestellte Orchester mit der Ouverture, ließ die Themen des 1846 in Birmingham uraufgeführten Werks differenziert anklingen und gab dem Chor in der abschließenden Steigerung eine passgenaue Vorgabe für den flehentlichen Ruf des Volks nach Regen.

Beste Abstimmung

Bariton Wolfgang Newerla, als Sänger auf namhaften Bühnen Europas zu Hause, gab einen leidenschaftlichen Elias mit berührender Vielfalt in Stimme und Stimmungen, demonstrierte facettenreich, wie der vom Komponisten mit den Begriffen »stark, böse, eifrig, zornig und finster« belegte alttestamentliche Prophet durchweg im Spannungsfeld zwischen Jahwe und seinem auserwählten Volk agiert. »Es soll diese Jahre weder Tau noch Regen kommen«, so die klare Botschaft. Mit höchster Lebendigkeit und begeisternder Singfreude brachte der Chor die Schönheit farbenfroher Mendelssohn-Sätze zum Ausdruck.

Ob der um das Thema Vertrauen kreisende Choral »Wohl dem, der den Herrn fürchtet«, die sich eindrucksvoll steigernden Rufe beim Wettkampf der Götter »Baal, erhöre uns« oder die tänzerisch leichte Hymne »Dank sei dir, Gott« zum Ende des ersten Teils – Olaf Fütterers Chor gab in bester Abstimmung mit Orchester und Solisten den starken Träger des Bogens zwischen höchstem Einsatz, tiefster Resignation und auf neuer Ebene erreichter Zuversicht und innerer Versöhnung. Fein fügte Sopranistin Anja Petersen mit Hanna Roos (Alt) und Chorsolistinnen das a capella gesungene »Engelsterzett«, die Arie »Denn er hat seinen Engeln befohlen« oder die sehr sensibel musizierte Aufforderung an den zu Tode deprimierten Propheten »Stehe auf, du Elias« in den Gesamtzusammenhang.

Dirigent und Kapellmeister Fütterer leitete durchweg engagiert, kraftvoll, zugleich mit hoher Behutsamkeit, ließ eine wirkungsvoll abgerundete, in angenehmer Leichtigkeit schwingende, dennoch jederzeit packende Interpretation des »Elias« erleben.

Starke Solisten

Tenor Peter Koppelmann hatte als Obadja mit der Arie »Zerreißt eure Herzen« einen begeisternden Auftritt, brachte Lyrisches beim »Siehe, er schläft unter dem Wacholderbaum« zu Gehör und setzte einen strahlenden Glanzpunkt mit der Arie »Dann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne«. Anja Petersen faszinierte als um ihren Sohn trauernde und den Propheten zugleich fordernde Witwe, ließ bei der mahnenden Arie »Höre Israel« ebenso feinste Musikalität genießen wie mit der Engels-Arie »Wohlan denn, gehe hinaus«.
Lang anhaltender Applaus beendete einen Konzertabend voller intensiver Begegnungen.

Autor:
Michael Karle